Key Takeaways:
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Der Datenimport ist die Eintrittstür, kein Randfeature. Wenn er nicht funktioniert, wird das ganze Portal nicht benutzt.
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Fachabteilungen müssen ohne IT importieren können. Jeder Import, der einen Entwickler braucht, wird zum Ticket und damit zur Verzögerung.
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Die Vorschau entscheidet über das Vertrauen. Wer vor dem Import sieht, was passieren wird, klickt. Wer raten muss, ruft an.
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Fehler gehören pro Zeile ausgewiesen, nicht pro Datei. „Import fehlgeschlagen" ist keine Information, sondern eine Absage.
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Die Daten werden schmutzig sein. Das ist der Normalfall. Als Nagle, Redman und Sammon Manager ihre eigenen Daten prüfen ließen, enthielten 47 % der neu angelegten Datensätze mindestens einen kritischen Fehler. Ein Import, der saubere Dateien voraussetzt, setzt Dateien voraus, die es nicht gibt.
Ein BackOffice-Portal für den Mittelstand steht und fällt beim Datenimport: Wenn eine Fachabteilung eine Excel-Liste nicht selbst einspielen kann, ohne die IT einzuschalten, wird das Portal umgangen und die Liste wandert per Mail. Die fünf Fähigkeiten, die darüber entscheiden, sind Vorschau vor der Übernahme, zeilengenaue Fehlermeldungen, wiederholbare Läufe, gespeicherte Feldzuordnungen und eine sichtbare Historie.
Wir bauen seit einigen Monaten ein solches BackOffice und haben in dieser Zeit gelernt, dass fast jede Diskussion über Funktionsumfang am Ende beim Import landet.
Warum der Import über die Nutzung entscheidet
Ein Portal ersetzt in der Regel eine Sammlung aus Tabellen, Mails und Zuruf. Der Umstieg gelingt nur, wenn der neue Weg für die Person, die ihn geht, weniger Arbeit ist als der alte. Und der erste Schritt ist immer derselbe: bestehende Daten hineinbekommen.
Wenn dieser Schritt an einem Ticket hängt, ist der Vergleich verloren. Die Tabelle liegt lokal, sie funktioniert sofort, und niemand muss auf jemanden warten.
Die fünf Fähigkeiten
1. Vorschau vor der Übernahme. Die Datei wird gelesen, geprüft und dargestellt, bevor irgendetwas gespeichert wird. Sichtbar: Wie viele Datensätze werden neu angelegt, wie viele aktualisiert, wie viele abgelehnt und warum. Erst dann kommt die Schaltfläche, die tatsächlich schreibt.
Das ist der einzelne Punkt mit dem größten Effekt. Er verwandelt einen riskanten Vorgang in eine überprüfbare Entscheidung.
2. Fehler pro Zeile. Nicht „Import fehlgeschlagen", sondern „Zeile 143: Datum 31.02.2021 ist kein gültiges Datum", mit der Möglichkeit, die betroffenen Zeilen als Datei herunterzuladen, zu korrigieren und erneut hochzuladen. Alles andere zwingt die Fachabteilung dazu, in einer Tabelle mit achttausend Zeilen zu suchen.
3. Gespeicherte Feldzuordnung. Dieselbe Datei kommt jeden Monat wieder. Die Zuordnung von Spalte zu Feld wird einmal gemacht und danach als Vorlage wiederverwendet. Ohne das ist jeder Monatslauf eine neue Fehlerquelle.
4. Wiederholbarkeit. Ein Import muss ohne Aufräumarbeiten erneut laufen können. Das heißt: Es braucht einen fachlichen Schlüssel pro Datensatz, damit ein zweiter Lauf aktualisiert statt zu verdoppeln. Ohne diesen Schlüssel ist jeder Korrekturlauf ein Risiko.
5. Historie. Wer hat wann welche Datei importiert, mit welchem Ergebnis, und wo liegt die Datei noch? Wenn drei Wochen später ein Wert falsch ist, ist das die einzige Spur, die zur Ursache führt.
Was regelmäßig unterschätzt wird
Das CSV-Format selbst. Es gibt einen Standard, RFC 4180, und kaum ein Werkzeug, das ihn vollständig einhält. Anführungszeichen in Anführungszeichen, Zeilenumbrüche innerhalb von Feldern, Kopfzeile ja oder nein: Jede Tabellenkalkulation beantwortet diese Fragen etwas anders. Ein Import, der einen Dialekt voraussetzt, wird die anderen kennenlernen.
Zeichenkodierung. Excel, CSV und Umlaute sind eine verlässliche Fehlerquelle. Das Portal muss die Kodierung erkennen und, wenn es unsicher ist, fragen statt raten.
Zahlen- und Datumsformate. Deutsche und englische Trennzeichen, zweistellige Jahre, Datumswerte, die Excel als Zahl gespeichert hat. Hier gehört eine Erkennung mit Anzeige hin: „erkannt als Datum im Format TT.MM.JJJJ. Richtig?"
Teilerfolge. Was passiert, wenn achtzig Prozent gültig sind? Beide Antworten sind vertretbar, aber die Entscheidung muss dokumentiert und im Portal sichtbar sein. Unsere Voreinstellung: alles oder nichts, mit der Option, die gültigen Zeilen bewusst zu übernehmen.
Große Dateien. Der Import darf keine Bildschirmsitzung blockieren. Er läuft im Hintergrund, mit Statusanzeige und Benachrichtigung am Ende.
Steuerrelevante Daten. Sobald Rechnungs- oder Buchungsdaten importiert werden, gelten die GoBD (BMF-Schreiben vom 28.11.2019, BStBl. I S. 1269): Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit, Protokollierung. Die Import-Historie aus Punkt 5 ist dann keine Komfortfunktion mehr, sondern Pflicht.
Der Nebeneffekt für Migrationen
Was hier für den laufenden Betrieb entsteht, ist zugleich das Werkzeug für die Erstübernahme aus einem Altsystem. Ein Portal, das Excel-Listen sauber, wiederholbar und prüfbar verarbeitet, kann auch die Erstbefüllung. Nur mit größeren Dateien.
Deshalb bauen wir den Import bewusst als eigenständigen Baustein und nicht als Anhängsel einer Maske. Er wird in jedem Projekt gebraucht, und in jedem Projekt entscheidet er darüber, ob das System tatsächlich benutzt wird. Wenn bei Ihnen die Listen noch per Mail wandern, weil der Import „irgendwie geht": genau dafür bauen wir.
Quellen
- Shafranovich: RFC 4180 — Common Format and MIME Type for CSV Files, IETF, 2005
- Nagle, Redman, Sammon: Only 3% of Companies' Data Meets Basic Quality Standards, Harvard Business Review, September 2017
- Bundesministerium der Finanzen: Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD), BMF-Schreiben vom 28.11.2019, BStBl. I S. 1269
